Wenn die Sprache auf‘ s Hundetraining kommt, dann höre ich oft, unser, nennen wir ihn Bello, der kann schon „Sitz“. Das möchte ich dann natürlich gerne sehen und bitte darum, es einfach mal vorzuführen. Und meistens haut das auch irgendwie hin. Doch in aller Regel steht der Hund wieder auf allen Vieren, kaum, dass er sein Leckerchen runtergeschluckt hat und zeigt damit, dass er es nicht kann. Jedenfalls nicht im Sinne des Signals, denn „Sitz“ verlangt, den Hund jederzeit absitzen lassen zu können. Und, er soll so lange sitzen bleiben, bis er zum Aufstehen aufgefordert wird.

Leider machen sich die wenigsten Hundehalter Gedanken darüber, dass Hundetraining einer Systematik folgt, sondern fokussieren stark auf Leckerlie oder Strafe beim Training. Das wiederum führt zu unsauberem Training und nicht selten auch dazu, dass vom Hund Gehorsam erwartet wird, obwohl der gar nicht verstanden hat, was er tun soll. Schnell haftet einem Hund dann an, ungehorsam oder schwer erziehbar zu sein. Ganz schön unfair finde ich.
Der am Beispiel von „Sitz“ erklärte Trainingsaufbau ist auf alle anderen Signale übertragbar
Erfolgreiches Hundetraining hat folgenden Aufbau:
- Man startet damit, das erwünschte Verhalten mit einem Signal zu verknüpfen. Der Hund muss verstehen lernen, dass mit „Sitz“ hinsetzen gemeint ist. Das ist nicht so einfach für ihn. Hier ist sorgfältiges Arbeiten und Geduld angesagt!
- Erst wenn man davon ausgehen kann, dass das Signal sicher verknüpft wurde, beginnt man damit, es abzurufen. Damit ist gemeint, den Hund (bei leichter Ablenkung) aufzufordern sich hinzusetzen. Die realistische Einschätzung des Trainingsstands ist wichtig, denn keinesfalls soll passieren, dass der Hund das Signal ignoriert und sich nicht hinsetzt. Es ist ein häufiger Fehler, dass der Trainingsstand überschätzt wird und es deshalb nicht klappt, wie gewünscht!
- In der letzten Phase geht es darum, das Verhalten zu festigen. Das heißt in der Praxis, wiederholen, wiederholen, wiederholen. Schon um eine gewisse Zuverlässigkeit, auch unter größerer Ablenkung zu gewährleisten, sind viele Wiederholungen nötig. Wenn es gar um Signalkontrolle geht, dann sind es Tausende.
- Nie ganz mit dem Üben aufhören! Um zu verhindern, dass mit der Zeit der Schludrian einzieht, sollte zeitlebens ein wenig Auffrischungsarbeit geleistet werden.
Das Gute ist: Den meisten Hunden macht es richtig Spaß!