Mein Konzept

Hin und wieder werden allgemeine Erziehungsratschläge angefragt, manchmal auch Trainingstipps, doch in der Regel wenden sich Hundehalter an mich als Hundeverhaltensberaterin, wenn sie sich eine Verhaltensveränderung bei ihrem Hund wünschen. Darauf bin ich gut vorbereitet.

Ein Verhalten gezielt zu verändern ist eine komplexe Angelegenheit, denn Verhalten ist eine Kombination von genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen. Zu diesen Umwelteinflüssen gehören alle Erfahrungen, die der Hund in seinem Leben gesammelt hat und auch sein Mensch. Das Gehirn spielt dabei eine zentrale Rolle:

  • Verhaltensentwicklung ist Gehirnentwicklung

Die logische Schlussfolgerung ist für mich, dass ich mit meinen Maßnahmen eine Veränderung im Gehirn des Hundes erreichen möchte. Das schaffe ich, indem ich ihm Lernräume schaffe. (Lernen in dem von mir gemeinten Sinne ist übrigens das Gegenteil von Dressur. Zwar spielt das Gehirn auch bei Dressur eine Rolle, aber man trickst es aus und erzeugt Reiz-Reaktionsketten.)

Lernen ist im Prinzip ein Anpassungsprozess. Ohne die Fähigkeit zu lernen, sind keine Anpassung an sich verändernde Bedingungen, an unbekannte Situationen oder Problemlösungen möglich. Alles müsste statisch sein. Glücklicherweise sind Hunde zu all dem in der Lage und so nutzen wir diese Fähigkeiten für unsere Ziele.

Hunde sind soziale Tiere und so spielt auch ihr Mensch eine bedeutsame Rolle für das gezeigt Verhalten. Als Schlagwörter sind da die Bindung und die Fähigkeit zur artübergreifenden Kommunikation zu nennen. Deshalb ist auch die Bezugsperson eine wichtige Komponente bei der erfolgreichen Hundeverhaltenstherapie.

Das Emotionsmodell von Jaak Panksepp ist für mich eine hervorragende Arbeitsgrundlage. Es dient mir quasi als Kompass bei der Wahl der Mittel auf dem Weg zu einem konkreten Ziel. Kommunikation, Bindung, Steuerung der Lernerfahrungen und zuweilen auch Trainingstechniken, sind die wichtigsten Werkzeuge dabei.

Doch auch eine realistische Einschätzung der Lernmöglichkeiten eines Hundes und ihre Grenzen, sowie ein Bewusstsein dafür, was verantwortungsvolle Führung eines Hundes bedeutet, sind grundlegend bei der Umsetzung einer Hundeverhaltenstherapie.

Zum Schluss ist es natürlich die Bezugsperson des Hundes, die entsprechend meiner Empfehlungen die Verhaltensveränderung herbeiführen muss. Deshalb ist Offenheit, aber auch das Bewusstsein dafür, dass dieser Weg meist viel Zeit und Energie braucht, grundlegend.